Was passiert im Wasserwerk?

87 % der Haushalte in Österreich sind an öffentliche Wasserversorgungsnetze angeschlossen

Unter öffentlichen Wasserversorgern versteht man die Versorgung durch Gemeinden, Wasserverbände oder Wassergenossenschaften. Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland besteht aus 65 Mitgliedsgemeinden und versorgt fast alle Menschen in den Bezirken Eisenstadt, Mattesburg und Neusiedl mit Wasser.

Die wichtigsten Anlagen einer öffentlichen Wasserversorgung sind:

  • Wassergewinnungsstellen wie Brunnen oder Quellen,
  • Pumpenanlagen,
  • Hoch- oder Tiefbehältern,
  • Transportleitungen,
  • Versorgungsleitungen in den Ortsnetzen,
  • Hausanschlussleitungen sowie
  • eine Fernwirkanlage, von der aus die Anlagen von einer zentralen Stelle aus gesteuert werden können.

Das Wasser aus den Brunnen oder Quellen kommt in die Transportleitungen. Ein Teil des Wassers wird aber in Behältern gespeichert, sollte es zu Störungen kommen oder wenn einmal mehr Wasser gebraucht wird.
Das in die Behälter eingeleitete Wasser wird durch ständige Durchströmung frisch gehalten. Die Wasserspeicher (Behälter) werden meist an Hügeln oder Kuppen errichtet (Hochbehälter), dadurch wird beim Ablassen des Wassers ein Druck erzeugt. Dieser Druck macht es möglich, dass das Wasser auch in einem mehrstöckigen Gebäude beim Öffnen des Wasserhahns aus der Leitung sprudelt. Jedes Haus, das an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen ist, verfügt über einen Wasserzähler. Damit kann festgestellt werden, wie viel Wasser jeder Haushalt verbraucht. Der Wasserverbrauch wird dann verrechnet. Beim Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland sind das € 0,942 (ohne 10 % Ust). 

Größter Vorteil einer öffentlichen Wasserversorgung ist im Gegensatz zum Hausbrunnen die Sicherheit, jederzeit mit bestens kontrolliertem Wasser versorgt zu werden.

Geschichte

Wasserleitungen sind für die Menschen sehr wichtig.
Durch die Versorgung mit Frischwasser wird die Gefahr von Krankheiten gemindert.

Die ältesten Überlieferungen über Bauwerke zur Wasserlieferung stammen aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II., also von ca. 1300 v. Chr. Die Römer waren für ihre umfangreichen Aquädukte bekannt. Die Wasserversorgung erfolgte über Zisternen, die das Regenwasser sammelten, durch Zieh- und Pumpbrunnen. Im Mittelalter wurden hölzerne Leitungen, so genannte „Pipen“ verwendet.

Erst im 15. und 16. Jahrhundert wurde eine systematische Versorgung der Städte mit Trinkwasser in Angriff genommen. Quellen wurden gefasst, in Leitungen floss das Wasser in Brunnstuben und zu einzelnen Brunnen, von denen das Wasser nach Hause getragen wurde. Der nächste Schritt war die Erweiterung der Brunnen mit „Kaltern“, Reservoires für Löschzwecke. Im 19. Jahrhundert war die Technik so weit, dass Rohrleitungen aus Gusseisen und Blei die Verlegung von Leitungen mit höherem Wasserdruck ermöglichte.

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